auf dem Weg

Cuauhtlatoatzin (später) Juan Diego und seine Frau (später Marie Lucia)
kommen mit einer Fackel durch die Nacht zum Berg Tepeyak.
D.h. von hinten durch die Kirche bis vor den Altar. Sterne funkeln.

Cuauhtlatoatzin

Nur noch wenige Schritte, dann sind wir da.
Dort hinter dem Berg Tepeyak lebt mein Onkel Juan Bernadino im Dorf Tolpetlac.
Er wird sich freuen, uns zu sehen und von unserem Entschluss zu hören.

Frau

Ich liebe dich, Cuauthtlatoatzin,
in unserer Sprache heißt du: der wie ein Adler singt.
Du bist die Stimme des Adlers in meinem Herzen.Der Mond geht auf
Cuauhtlatoatzin singtIch war noch ein Kind, meine Eltern, sie starben früh
ich erinnere mich nur noch schwach an sie.
Bescheiden und arm, Bauern und Indios, die wir waren
im Aztekenreich, in Cuautitlan, in meinen jungen JahrenMein Onkel Bernadino nahm mich auf in sein Haus.
Ich ging ihm zur Hand, und wo ich konnte, half ich aus
Dort in Tolpetlac lebten wir zusammen und litten auch Not
in der Sorge um unser beider täglich BrotIch kam zurück nach Cuautitlan, dem Dorf meiner Kindheit
lernte dich kennen und lieben, zu dir war es nicht weit.
Auf meinem Stückchen Land in meine Hütte zogen wir ein
und lernten Mann und Frau zu sein.Frau singtIch liebe dich, Cuauthtlatoatzin, der du wie ein Adler singst,
meinem Herzen Trost und Stärke bringst.
Meine Brüder, verfolgt, gejagt, sie litten große Not
Ich konnte fliehen. Meine Brüder, sie sind alle tot.Im Reich der Azteken lebten wir in Angst und Schrecken
vor den Göttern und den Kriegern dass sie uns entdecken
das Herz rausschneiden auf den Tempeln in der Sonnenglut
zu stillen ihren Durst nach Menschenblut.Ich floh und kam nach Cuautitlan, dem Dorf deiner Kindheit
lernte dich kennen und lieben, zu dir war es nicht weit.
Auf deinem Stückchen Land in deine Hütte zogen wir ein
und lernten Mann und Frau zu sein.

Beide singendacapo die jeweils 3. Strophen im Duett

Cuauhtlatoatzin

Nach der Vernichtung des Aztekenreiches durch die Eisenmänner aus einem fernen Teil der Erde kamen vor drei Jahren Leute in braunen Kutten mit Kreuzen und errichteten Kirchen. Sie sagten: Eure Götter gibt es nicht. Es gibt nur einen Gott, der ist die Liebe. Der braucht nicht eure Opfer und euer Blut. Und: er ist einer von uns Menschen geworden, damit wir in ihm die Liebe und Barmherzigkeit Gottes erkennen. Und jeder Mensch sollte so sein wie er: liebevoll, barmherzig.

Frau

Dein Onkel war sofort begeistert von dem Gedanken und hat sich taufen lassen.

Cuauhtlatoatzin

Das passt zu seinem Wesen. Ich habe es ja selbst beim Tod meiner Eltern erfahren: seine Demut, seine Hilfsbereitschaft und sein wacher Geist. Er geht jedesmal zur Hl. Messe nach Santiago-Tateloco, um immer tiefer in seinen Glauben hineinzuwachsen. Jeden Tag 3 Stunden hin, drei Stunden zurück.

Frau

Er wird sich freuen, von unserem Entschluss zu hören.