Maria - Diego - Bischof II

Juan Diego geht den Berg hinauf auf den Tepeyac. (Diedomarsch) Maria erscheint zum zweiten Mal.

Diego: „Meine Herrin, meine Herrin und Gebieterin, geringste meiner Töchter, mein liebes Mägdelein, ich ging an den Ort, an den du mich geschickt hast, um deine Botschaft und deine Worte zu sagen.

Wenn auch mit großen Schwierigkeiten, so trat ich dennoch an dem Ort ein, an dem der Herr der Priester wohnt, ich sah ihn, vor ihm tat ich ihm deine Botschaft und deine Worte kund, so wie du es mir befohlen hast.

Er empfing mich wohlwollend und hörte mir aufmerksam zu. Aber er antwortete mir so, als ob sein Herz es nicht aufnehmen konnte und er es nicht glauben würde. Er sagte mir: „Du musst noch einmal wiederkommen, ich muss dir noch einmal in Ruhe zuhören, dies alles, weswegen du gekommen bist, nochmals sehen, und deinen Willen und deinen Wunsch von Anfang an genau betrachten.

Ich sah ganz deutlich in der Art, wie er mir antwortete, dass er denkt, dass ich es vielleicht ganz und gar erfunden hätte, dass du möchtest, dass man dir hier ein Heiligtum erbaue, und dass der Auftrag vielleicht nicht von dir kommt.

Deshalb bitte ich dich flehentlich meine Gebieterin und Königin, mein liebes Mägdelein, dass du einem der vornehmen Edlen, der allseits Bekannten, der Geschätzten und Geachteten, den Auftrag gibst, deine Botschaft und deine Worte zu überbringen und zu übermitteln, damit sie es glauben.

Denn gewiss bin ich nur ein Campesino aus dieser Gegend, ein loses Band, ein Trittstein, der Auswurf des Volkes, ein Blatt im Wind, mir wird befohlen, ich bin den anderen eine Last: und du, geringste meiner Töchter, liebes Mägdelein, meine Gebieterin und Königin, schickst mich an den Ort, an dem ich nichts zu suchen habe und an den ich nicht hingehöre

Verzeih mir, dass ich gewiss deinen Antlitz und dein Herz betrübe, dein Missfallen wecke und dir Verdruss mache, meine Herrin und Gebieterin.“

Maria (gesungen)

Juanito - Wisse und bewahre tief in deinem Herzen

geringster meiner Söhne:

vielen meiner Diener und Boten könnte ich sagen

mein Anliegen und meine Worte weiterzutragen.

auf dass mein Auftrag wird bekannt,

beim Bischof und im ganzen Land.

Doch Juanito - Wisse und bewahre tief in deinem Herzen

geringster meiner Söhne:

wichtig ist, dass du es bist

du selbst, der geht und spricht,

und dass genau durch dich und deine Hilfe

mein Wunsch und Wille sich erfülle.

Maria (fortsetzend gesprochen mit Nusikbackground)

Ich bitte dich sehr, Geringster meiner Söhne, und befehle dir mit all meiner Strenge, morgen noch einmal den Bischof aufsuchen zu gehen.

Und lasse ihn an meiner Stelle meinen Willen und meinen Wunsch wissen und genau hören, damit er ihn verwirklicht und mir hier das Heiligtum errichtet, das ich von ihm erbitte. Und sage ihm noch einmal, dass ich in Person, die ich die immerwährende Jungfrau Maria, die Mutter des Gottes Téotl bin, dich dorthin sende.“

Diego: Meine Herrin und Gebieterin, liebes Mägdelein, dich will dein Antlitz und dein Herz nicht betrüben. Ich werde von Herzen gerne zu ihm gehen, dort werde ich ihm wahrheitsgemäß deine Botschaft und deine Worte sagen. Ich werde es auf jeden Fall tun, und der Weg wird mir keine Mühe bereiten.

Ich werde gehen, um deinen Willen zu erfüllen. Aber es kann sein, dass man mich nicht anhören wird; und dass, falls man mich anhört, man mir vielleicht nicht glaubt. Morgen Abend, wenn die Sonne untergeht, werde ich dir deine Botschaft und deine Worte zurückbringen und das, was der Herr der Priester mir antworten wird. Ich gehe jetzt, Geringste meiner Töchter, mein liebes Mägdelein, meine Herrin und Gebieterin ruhe ein wenig aus.“

Juan Diego geht den Berg hinab zum Bischof (Diegomarsch)

Wieder Gehampel mit den Wachen

 

Diego (gesungen)

auf dem Weg vom Tepeyac

komm ich wieder zu dir

ich bin ihr Bote

und bin jetzt wieder hier

und sag dir ihre Worte

am liebsten ging ich fort

von diesem frommen Ort

ich bin nur ein Campesino

bin nur ein loses Band

Auswurf des Volkes

ein Trittstein am Rand

ein Blatt im Wind

bin ich anderen Last

ein unliebsamer Gast

ich hab hier nichts zu suchen

ich hab sie gebeten

sag deine Botschaft

einem Edlen,

einem der Geschätzten

und der allseits gut Bekannten

und den mit der Macht Verwandten.

doch sie befahl mir lieb und streng

zu dir, mein Herr, zu gehen,

auf mich, den Campesino,

wollte sie bestehen

dir noch einmal zu berichten

ein Heiligtum ihr zu errichten

und dir, o Herr der Priester,

noch einmal zu sagen:

sie ist die immerwährende Jungfrau Maria,

die Mutter unseres Erlösers

Jesus Christus

 

Bischof: „Mein Sohn, deine Worte und deine Botschaft reichen alleine nicht aus, damit das, was du erbittest, wahr wird. Ein weiteres Zeichen von ihr ist notwendig, damit man dir glauben kann, dass die Herrin des Himmels gerade dich sendet.“