Maria - Diego - Blumen

Juan Diego geht den Berg von der anderen Seite hinauf. Unerwartet begegnet er der Gottesmutter an ungewohnter Stelle.

 

Maria: Juanito - „Geringster meiner Söhne, wohin gehst du, wohin wendest du dich?“

Diego: „Mein liebes Mägdelein, geringste meiner Töchter, gebe Gott, dass du dich wohl fühlst. Wie hat der Tag für dich begonnen? Es geht dir noch hoffentlich gut meine Gebieterin, mein liebes Mägdelein?

Ich muss dein Antlitz und dein Herz betrüben. Du sollst wissen, mein liebes Mägdelein, dass einer deiner armseligen Diener, mein Onkel, im Sterben liegt: eine schwere Krankheit hat seinen Körper befallen; und deshalb wird er bald sterben.

Deshalb gehe ich jetzt eilends zu deinem Haus nach Mexiko, ich rufe einen der Geliebten unseres Herrn, einen unserer Priester, damit er ihm die Beichte abnimmt und ihn vorbereitet.

Denn dazu sind wir geboren, auf die Stunde unseres Todes zu warten.

Aber wenn ich jetzt auch erst dies tue, so werde ich doch sofort nochmals hierhin zurückkehren, um deine Worte und dein Botschaft zu überbringen. Meine Gebieterin, mein liebes Mägdelein, entschuldige mich bitte, und hab’ noch etwas Geduld mit mir, ich will dich nicht betrügen, Geringste meiner Töchter, mein liebes Mägdelein. Morgen schon werde ich in aller Eile zu dir kommen.“

Maria (gesungen)

Juanito - Wisse und bewahre tief in deinem Herzen

geringster meiner Söhne:

nichts soll dich erschrecken, du brauchst nicht zu verzagen

ängstige und fürchte dich nicht.

Bin ich, deine Mutter, denn nicht hier?

Du stehst in meinem schützenden Schatten,

geborgen im Schutz meines Mantels,

geborgen in meinen gekreuzten Armen.

Bin ich denn nicht dein Quell des Lebens?

 

Juanito - Wisse und bewahre tief in deinem Herzen

geringster meiner Söhne:

Nichts soll dich bekümmern,

nichts mit Bitternis erfüllen.

Dein Onkel ist gesund. Er wird nicht sterben.

Im Herzen sei versichert: er ist bereits geheilt.

Maria (fortsetzend gesprochen)

„Gehe hinauf, Geringster meiner Söhne, zum Gipfel des Hügels und die Stelle, wo du mich gesehen hast und wo ich dir Anweisungen gab; wirst du mit verschiedenen Blumen bedeckt vorfinden; pflücke sie, sammele sie und lege sie zusammen. Dann steige wieder hierhin herab und bringe sie mir.“

Juan Diego geht zum Gipfel des Hügels. (Diegomarsch) Lauter Blumen erscheinen (Gazevorhang). Diego pflückt Blumen. Himmlische Klänge erklingen. Diego kommt zurück.

Maria (gesungen)

Juanito - Wisse und bewahre tief in deinem Herzen

geringster meiner Söhne:

diese schönen Blumen hoch oben vom Tepeyac

die du dem Bischof bringen wirst

sind Beweis und Zeichen für den Herrn der Priester,

was ich will und wünsche, dass er es erfüllen möge.

Juanito - Wisse und bewahre tief in deinem Herzen

geringster meiner Söhne:

du bist mein Bote und Vertrauter.

Öffne deinen Umhang nur beim Herrn der Priester

und lass ihn wisssen, was du bei dir trägst.

Enthülle nur vor ihm die Wahrheit dieser Blumen

damit er tut, was ihm obliegt, mein Heiligtum zu bauen.

Maria (fortsetzend gesprochen)

Du sollst ihm genau erzählen und ihm sagen, wie ich dir gebot, auf den Gipfel des Hügels hinaufzusteigen und die Blumen zu pflücken, und was du ansonsten alles gesehen und bestaunt hast. Dadurch wirst du das Herz des Herrn der Priester überzeugen, damit er hernach das tut, was ihm obliegt, um mir mein Heiligtum, das ich von ihm erbeten habe, zu bauen und zu errichten.

 

Juan Diego geht zum Gipfel des Hügels.(Diegomarsch) Lauter Blumen erscheinen (Gazevorhang). Maria tritt mit Blumen hinzu. Nimmt jede einzelne und tut sie in den Umhang.

So geht Juan Diego den Berg hinab zum Bischof.(Diegomarsch)