Prolog

Auf der Mittelbühne steht ein Erzähler

Dass es die Tilma von dem Aztekenindio Diego überhaupt noch gibt, ist schon ein Wunder. Die Kleidung der ärmlichen Leute bestand aus Agavefasern, die spätestens nach 20 Jahren verottet waren. Und der Umhang – Tilma genannt – ist heute schon fast 500 Jahre alt. Dazu noch das Bild der Gottesmutter auf der Tilma: es strahlt wie eh und je. Die Farben verblassen nicht. Eigentlich sind da überhaupt keine Farben. Die Wissenschaft hat etliche Fasern untersucht, keine Farbe zu finden und doch – schaut man die Tilma an – sieht man das farbenprächtige Bild.
Natürlich haben manche Wissenschaftler nach dem Motto: „was nicht sein kann, das nicht sein darf“ versucht, irgendwelchen Betrügereien auf die Spur zu kommen: erfolglos.
Mit allen modernen Mitteln der letzten Jahrzehnte wurde die Tilma untersucht. Immer das gleiche Ergebnis: ein farbiges Bild ohne Farbe, nicht gemalt, nicht gepinselt, nicht aufgetragen, nichts zu kopieren, nichts zu fälschen, und dann in einem Zustand, als sei das Bild und der Stoff von Gestern, obwohl schon tausende Menschen an dem Bild vorbeigezogen waren, es berührt haben und tausende russende Kerzen davor gebrannt haben, als das Bild noch nicht unter einem Glasschutz war. Ein Wunder?

Licht aus