Verehrung

Mittelbühne

eine Prozession setzt ein – am Gnadenbild vorbei – mit Liedern, Lichtern und Gebeten

 

Bekehrung

Unterbühne

 

Vertrauter: Pater Toribio ist da.

Bischof: Ich weiß, was er sagen will, aber ich kann es kaum glauben.

Toribio: Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, würde ich nicht wagen, es zu schildern. Ich kann bezeugen, dass in dem Kloster von Quecholac ein anderer Priester und ich selbst vierzehntausend und zweihundert Seelen in fünf Tagen tauften. Wir selbst bezeichneten sie alle mit Katechumenenöl und dem heiligen Chrisam – es war wahrhafig keine kleine Arbeit.

Das Wunder erfasst ganz Mexiko. Egal wo die Missionare auf ihren Reisen entlang kommen, immer werden sie von ganzen Familien und Sippen abgefangen. Sie kommen aus ihren entlegenen Dörfern und Siedlungen und verlangen nach einer Taufe.

Bischof: Ich muss mich zurückhalten. Man will mir den Mund verbieten. Je mehr ich die Menschen ermutige, zur Jungfrau von Guadalupe zu gehen, umsomehr drangsaliert man meine Geistlichen.

Unsere Landsleute wollen die Einheimischen als Sklaven halten, sie verkaufen, sie foltern und nach Goldfunden ausquetschen. Es wird höchste Zeit, dass wir eine neue Regierung bekommen. Der Kaiser weiß Bescheid. Wenn das noch lange dauert wird es einen Aufstand geben. Täglich bete ich zur Jungfrau von Guadalupe um den Schutz der Indios.

 Toribio: Die Jungfrau führt unser ganzes Land zu Christus. Viele Indios heiraten Weiße, viele Spanier die Atzteken. Eine neue Zeit bricht an.

 Bischof: Die Armen und Unterdrückten haben in Maria Gottes Liebe erkannt. Sie fühlen sich angenommen und geehrt, weil Maria einem von ihnen erschienen ist. Das darf ich nicht laut sagen. In meinen eigenen Reihen sind Leute sauer, weil Gott nicht den Dienstweg einhält und die Einheimischen weniger durch die Arbeit der Missionare als vielmehr durch die Jungfrau von Guadalupe zum Glauben kommen.

Mittelbühne

eine Prozession setzt sich fort – am Gnadenbild vorbei – mit Liedern, Lichtern und Gebeten