Zumarraga

auf der Unterbühne erscheinen Bischof Prior Juan Zumarraga und  Fray Francisco

Bischof:

nun sind die Azteken schon fast 10 Jahre geschlagen. Aber immer noch hört man von ihren Opfern.Fray Francisco: Sie haben Angst vor ihren Göttern.

Bischof:

Ich habe eigenhändig in den letzten Jahren 500 Tempel und 20.000 Idole der Heiden vernichtet, um das Volk gegen sich selbst zu schützen und die Indios vor der Nachstellung durch die kämpferischen Azteken.

Fray Francisco:

Kaiser Karl V hat Sie zum ersten Bischof der neuen Welt ernannt mit dem Titel: „Schutzherr der Indianer“.

Bischof:

Wir müssen die Indios heute schützen vor unseren eigenen goldgierigen Landsleuten. Der Kaiser hat mir sehr viel Geld gegeben. Ich habe alles unter den armen Leuten verteilt, Schulen gegründet, Obstbäume gepflanzt, Bauern angesiedelt, Textilien besorgt, die Universität errichtet Dennoch habe ich Angst vor einem Aufstand.

Fray Francisco:

Die Missionierung macht nur geringe Fortschritte.

Bischof:

Kein Wunder bei dem, was die Einheimischen von uns Europäern erleben!

Fray Francisco

Schwert in der einen Hand, die Bibel in der anderen und im Kopf die Gier nach Schätzen, Reichtum und Gold.

Bischof:

Die Azteken sahen die Brutalität der Eroberer, ihre Zerstörungswut und das alles unter dem Banner des Kreuzes.
Aber es gibt auch sehr fromme Indios, die seit Jahren beten und in die Kirche gehen, - Ureinwohner, die schon unter dem Bluttaumel der Aztekengötter gelitten haben. Sie ließen sich taufen und schworen der Vielgötterrei ihrer Ahnen ab. Aber das sind nicht viele.
Die Indios schicken uns wohl ihre Kinder. Das ist ein Lichtblick.

Pferdegetrappel, der Gouverneur Don Nune de Guzman erscheint
polternd

Guzman singt

Bischof, hör auf, es ist gut
du machst mein Geschäft kaputt
du kennst mich
der Gouverneur hier
der bin ich

Indios, pass auf, sind nur Dreck
sie zu mögen hat kein’ Zweck
nimm dich in acht
der Gouverneur sieht
was der Bischof macht

Wesen, sag ich, ohne Seele
wir gehn den Indios an die Kehle
Bischof, halte still
der Gouverneur weiß
was er will

Töten, na und, wie ein Tier
versklaven, foltern, so geht das hier
sieh weg, guter Mann
sagt dir der Gouverneur
sonst bist du selber dran

Mission, haha, bei Gotteskindern
es geht darum, sie auszuplündern
denk an mich
wir wollen Gold, Gold, Gold
ich warne dich

mein Geschäft, hör zu, mach nicht kaputt
und fürchte meine Wut
du kennst mich
der Gouverneur hier
der bin ich

und meinen Sohn, hör zu, den schon ich nicht
er lebt bei dir in diesem Loch
ich hol ihn raus
den falschen Edelmann
dann ist es mit ihm aus

Don Nune de Guzman verschwindet

Fray Francisco:

Guzman bedroht Sie und seinen eigenen Sohn!?

Bischof:

Er hat schon einmal versucht, mich zu überfallen. Er ist ein mächtiger Mann. Er kontrolliert hier alles, auch den Geheimdienst!

Fray Francisco:

Was ist mit seinem Sohn?

Bischof:

Sein Sohn hat sich in eine Indianerin verliebt. Für Guzman sind die Indios Wesen ohne Seele.
Man kann sie versklaven, sie nach Goldvorkommen ausquetschen und foltern oder auch töten. Für ihn sind es Tiere.
Sein Sohn versteckt sich vor ihm.

Bischof nimmt den Vertrauten zur Seite

Nehmen Sie dieses Kreuz. Es ist bestimmt für den Kaiser. Es ist von innen hohl und enthält eine Botschaft, eine Beschreibung der Zustände hier und die Bitte, den Tyrannen Guzman abzulösen. Wir müssen gehen, die Kinder kommen zum Unterricht.

Licht aus